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Gruppe Lüneburg

Geschichten

Teckellähme oder Bandscheibenvorfall.

Geschrieben von Thomas Laumann Mitglied der Gruppe Lüneburg im DTK.

Am 26.12.1992 wurde unser Teckel als "Drossel vom Ulmenhof" in Schleswig Holstein geboren. Sie ist dann zu uns, in den Süden von Hamburg, umgezogen und erhielt von uns den Namen Dixy.

Im Laufe der Jahre bekam sie bei den Zuchtschauen gute Benotungen und wurde in der Gruppe Nordheide auf Schweiß ausgebildet. Zum Einsatz kam sie leider nicht, denn wir waren zum damaligen Zeitpunkt keine Jäger. Das hat sich zwar jetzt geändert, aber nun, nachdem sie fast 10 Jahre bei uns ist, soll sie nicht mehr für die Jagd herhalten.

Da man aber immer sagt, Teckel sollen keine Treppen steigen, weil dadurch die Teckellähme hervorgerufen werden kann, brachten wir unserer Dixy bei, vor jeder Treppe zu warten bis wir sie hinauftragen konnten.

Dieses haben wir die gesamten Jahre auch durchgehalten.

Als wir am 17.10.2002 merkten, dass es unsere Dixy vermutlich nicht gut ging, denn sie verkroch sich in der hintersten, dunklen Ecke, haben wir zuerst an Magenschmerzen oder ähnliches gedacht.

Da es bereits 22:00 Uhr war, und unser Tierarzt nicht zu erreichen, riefen wir in der Tierärztlichen Klinik in Lüneburg an. Hier wurde uns mitgeteilt, dass wir sofort kommen könnten - also ab in den PKW und nach 45 Minuten Fahrt bei strömenden Regen und Sturm erreichten wir die Klinik. Dort wurde eine Schmerzversorgung eine Röntgenaufnahme und eine Blutuntersuchung gemacht. Diese alles blieb jedoch ohne Befund, so dass wir danach wieder nach Haus fahren konnten.

Obwohl Dixy in dieser Nacht nicht zur Ruhe kam, machten wir uns keine großen Sorgen, denn am nächsten Tag hatten wir noch einen Termin in der Klinik.

Bereits am Morgen bemerkten wir, dass der Hund den rechten Hinterlauf etwas nachzog. Schmerzen schien sie auch nicht zu haben, denn wir konnten sie anfassen ohne dass der Hund aufschrie oder abwehrende Gesten machte.

Später bemerkten wir, dass Dixy immer mehr Schwierigkeiten hatte die Hinterläufe zu koordinieren. Zeitweise knickte sie mit dem Hinterteil seitlich weg.

Nachdem wir in der Klinik angekommen waren stellte der Tierarzt die erste, erschütternde Diagnose. Er ging von einer Verletzung der Bandscheibe aus und erklärte und seine Diagnose an einer Röntgenaufnahme eines anderen Hundes.

Zur genauen Untersuchung wurde Dixy in Narkose gelegt und Röntgenbilder mit Kontrastmittel gemacht. Der Hund war noch in Narkose als der Arzt uns das erschütternde Ergebnis "Bandscheibenvorfall oder auch Dackellähme" mitteilte. Auf den Röntgenbildern war, auch für einen Laien gut zu erkennen, dass zwischen dem 4. + 5. Lendenwirbel die Bandscheibe verletzt war.

Nun standen wir vor der Entscheidung Operieren oder Einschläfern.

Obwohl meine Frau und ich uns vorher einig waren, dass ein Teckel der 10 Jahre alt ist und einen Herzfehler hat nicht zu operieren sei, entschlossen wir uns nach eingehender Beratung und Aufklärung durch den Arzt zu einer OP.

Uns wurde mitgeteilt, dass der Hund nach einer gelungenen OP noch so lange in der Klinik bleiben muss, bis er von selbst stehen kann. Dieses wird, nach ärztlicher Erfahrung ca. 5-7 Tage dauern.

Wir fuhren dann notgedrungen nach Haus und warteten auf den Anruf des Arztes, der uns über den Verlauf nach ca. 1,5 - 2 Stunden informieren wollte.

Die Zeit verging aber der erwartete Anruf kam nicht. Also wagten wir es in der Klinik anzurufen und uns mach dem Befinden des Hundes zu erkundigen. Dort wurde und aber mitgeteilt, dass Dr. Müller noch im OP sei. Auch eine Stunde später war der Arzt immer noch im OP.

Erst nach 4 Stunden teilte man uns mit, dass die Operation etwas komplizierter war als vorausgesehen, der Hund diese aber gut überstanden hat. Genaueres kann aber erst am nächsten Tag gesagt werden. Man kann sich vorstellen, dass die folgende Nacht ziemlich lang und schlaflos war. Uns wurde am Tag darauf aber mitgeteilt, dass es dem Hund gut gehe und wir gern jeden Tag anrufen könnten.

Am Wochenende teilte dann der Arzt mit, das der Hund gute Fortschritte macht. Als wir uns dann am Montag nach dem Befinden erkundigen wollten, sagte man uns mit, dass der Hund sich selbständig hingestellt hat und wir Dixy am Nachmittag abholen könnten.

Trotz erheblicher Behinderung durch die beiden Hinterläufe war die Wiedersehensfreude unbeschreiblich. Mit Verhaltesmaßnahmen und Medikamenten ausgestattet wurde Dixy nach Haus gefahren. Hier hat sie sich sofort auf ihren Platz gelegt. Jetzt können wir täglich sehen wie es wieder "Bergauf" geht. Die Koordinierung der Hinterläufe wird jeden Tag besser und allein bis auf die Wiese und zurück schafft sie auch schon.

Wir hoffen nun, dass die Genesung zügig voran geht und bald nichts mehr an den Bandscheibenvorfall erinnert.

Nun sind wir doch froh, dass wir uns für eine Operation und für Dixy entschieden haben.

Zum Schluss dieses Berichtes möchte ich noch auf etwas Hinweisen:

Das Wichtigste bei einem solchen Vorfall ist das rechtzeitige Erkennen und sofortiges Behandeln (Operation). Nach Auskunft des Arztes wäre Dixy zwei Tage später nicht mehr zu retten gewesen. Wer bei seinem Teckel diese Symptome erkennt, sollte sofort zum Arzt oder in die Klinik gehen und nicht noch (das Wochenende) abwarten!!

Thomas Laumann

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Stand: 16. Mai 2003